Viele Handelsfirmen im B2C-Bereich fürchten sich vor Amazon und Co. Um dem zu begegnen, erscheint ein eigener Webshop als unausweichliche Antwort. Damit greifen Sie aber Ihren Angstgegner frontal in seiner Kernkompetenz an. Der viel erfolgversprechendere Ansatz ist es, sich auf seine eigenen Stärken zu konzentrieren und sich die Stärken der Online-Marktplätze sogar zu Nutzen zu machen. Ihre Stärken als Handelsbetrieb sollte ja das umfassende Know-how zum Produkt und zum Markt sein. Sie wissen genau, welches Produkt gerade gefragt ist, wie es gepreist werden muss, können seine Vorteile perfekt herausstreichen und haben eine Logistik- und Aftersales-Struktur.

Bevor Sie sich nun also ins Abenteuer stürzen, einen eigenen Webshop aufzubauen, sollten Sie sich auf diese Kernkompetenzen konzentrieren. Denn mit dem eigenen Webshop ist es nicht getan: Es gilt diesen Shop zu bewerben, Besucher darauf zu leiten und schlussendlich die Kaufabschlüsse zu optimieren. Wer das noch nie gemacht hat, bezahlt erst mal viel Lehrgeld. Viel einfacher ist es, sich erst mal dort anzuhängen, wo diese Probleme einem abgenommen werden: Den Marktplätzen wie Ricardo, Siroop, oder eben Amazon.

Listen Sie Ihre Produkte also erst mal auf einem oder mehreren Marktplätzen. Dort gibt es schon Traffic, die Shopping-Prozesse sind optimiert und ja, es gibt auch Mitbewerber. Aber die sind im Internet immer nur einen Klick entfernt. So können Sie aber Ihr Angebot mit relativ geringem Aufwand auf seine Online-Tauglichkeit prüfen. Sie sehen, ob Ihre Preispolitik funktioniert, welche Auswirkungen die Art Ihrer Produktbeschreibung oder die Bilderwahl auf den Abverkauf hat, ob Ihre Logistik diese Bestellungen und auch die Retouren handeln kann und ob Ihr Kundendienst mit den Anfragen der Online-Käufer fertig wird. Das Risiko wird auch dadurch minimiert, dass die Marktplätze in der Regel keine bis tiefe Grundgebühren haben und sich hauptsächlich über eine erfolgsabhängige Provision finanzieren. Natürlich kommen noch Kosten für Ihren internen Setup, Schnittstellen und Datenexporte dazu. Doch von diesen Investitionen profitieren Sie nochmals, wenn Sie später einen eigenen Webshop anhängen.

Wenn Sie das nun alles im Griff bekommen haben, haben Sie sich damit auch viel Know-how angeeignet, welches Ihnen hilft, Ihren eigenen Webshop bereits von Beginn weg richtig zu konzipieren. Und dies ist wichtig, denn nun müssen Sie einen grossen Teil Ihrer Ressourcen darauf verwenden, Besucher für Ihren Webshop zu gewinnen.

 

Bild: Tim Reckmann, Pixelio.de